Abstracts Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Zeitplan

Raum: F 2, 1.0G, Fürstenberghaus
Tag Zeit    
Mo 13:30-14:00 Panel: Die Arabischen Revolten und der geopolitische Wandel in der WANA-Region
Mo 14:00-14:30
Mo 14:30-15:00
Mo 15:00-15:30
Mo 15:30-16:00 Pause
Mo 16:00-16:30 Panel: Neoliberale Stadtentwicklungen in der arabischen Welt
Mo 16:30-17:00
Mo 17:00-17:30
Mo 17:30-18:00
 
Di 09:00-09:30 Panel: Die Europäische Mittelmeerpolitik nach dem Arabischen Frühling: Lessons learned?
Di 09:30-10:00
Di 10:00-10:30
Di 10:30-11:00 Pause
Di 11:00-11:30 Panel: Die Europäische Mittelmeerpolitik nach dem Arabischen Frühling: Lessons learned?
Di 11:30-12:00
Di 12:00-12:30
Di 12:30-13:00
Di 13:00-14:00 Mittagspause
 
Di 16:00-16:30 Panel: The Rentier State Approach and the Arab Spring: Demise or Renaissance of an Old Concept
Di 16:30-17:00
Di 17:00-17:30
Di 17:30-18:00
Di 18:00-18:30 Pause
Di 18:30-19:00 Panel: The Rentier State Approach and the Arab Spring: Demise or Renaissance of an Old Concept
Di 19:00-19:30
 
Mi 09:00-09:30 Panel: 1. Jahrestreffen des Arbeitskreises interdisziplinäre Jemen-Studien - Abgesagt
Mi 09:30-10:00
Mi 10:00-10:30
Mi 10:30-11:00 Pause
Mi 11:00-11:30 Al-Abbasi Die politische Rolle der religiösen Missionen in Palästina vor dem Ersten Weltkrieg
Mi 11:30-12:00 Dierauff Die Kolumne Rasāʾil fallāḥ („Briefe eines Bauern“) 1911-12: Ein Zionist schreibt in der palästinensischen Zeitung Filasṭīn 
Mi 12:00-12:30 Oliveira “I do not name you Friday, so you do not exist” – Israel’s refusal to acknowledge the existence of the Palestinian people
Mi 12:30-13:00 El-Sayed Dynamics of Formulation: National and Supra-National Interests and the Process of Formulating a Common Foreign Policy for the EU: The Case of the Palestinian-Israeli Conflict
 
Do 09:30-10:00 Panel: Libanon: neue politische und soziale Organisationsformen
Do 10:00-10:30
Do 10:30-11:00 Pause
Do 11:00-11:30 Panel: Libanon: neue politische und soziale Organisationsformen
Do 11:30-12:00
Do 12:00-12:30
Do 12:30-13:30 Mittagspause
Do 13:30-14:00 Panel: Experiences with Power Sharing in Deeply Divided Societies of the Middle East
Do 14:00-14:30
Do 14:30-15:00
Do 15:00-15:30 Sunik Monarchien im Nahen Osten und Außenpolitik - Abgesagt
Do 15:30-16:00 Pause
Do 16:00-16:30 Panel: Yemen in Transition: Processes, Expressions, and Possible Outcomes
Do 16:30-17:00
Do 17:00-17:30
Do 17:30-18:00
 
Fr 09:00-09:30 Hassanein Islamismus: Versuch einer systemischen Annäherung
Fr 09:30-10:00 Panel: DAVO-Werkstattgespräche zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Fr 10:00-10:30
Fr 10:30-11:00 Pause
Fr 11:00-11:30 Panel: DAVO-Werkstattgespräche zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Fr 11:30-12:00
Fr 12:00-12:30
Raum: F 4, 2.0G, Fürstenberghaus
Tag Zeit    
Mo 13:30-14:00 Becerik Yoldaş/ Yoldaş Die Reflexionen der Zensurpraxis im  politischen System des Osmanischen Reichs
Mo 14:00-14:30 Düzyol Kemalismus. Wandel und Perzeption eines Modernisierungsprogramms
Mo 14:30-15:00 Gümüş Die Star Açık Görüş – Ein offenes Forum für den freien Diskurs oder Parteiorgan der AKP? - Abgesagt
Mo 14:30-15:00 Kabbaj Television Advertising and the Cultural Dimensions: Behind the Scene
Mo 15:00-16:00 Pause
Mo 16:00-16:30 Granmayeh

The impact of Arab Spring on regional relations: Iran and the Egyptian revolution

Mo 16:30-17:00 Fathollah-Nejad Irans Zivilgesellschaft ringt mit Dreiecksdynamiken: Auswirkungen externer Einflüsse auf die Entwicklung vom Staat-Gesellschafts-Verhältnis in geostrategisch wichtigen Ländern - Abgesagt
Mo 17:00-17:30 Tabatabai Politische Macht im Kontext der Islamischen Republik Iran
Mo 17:30-18:00 Jalilvand Iran’s gas exports: can past failure become future success?
 
Di 09:00-09:30 Safadi / Peschers Palästinensische Bibliothekslandschaften vor politischen und sozialen Herausforderungen
Di 09:30-10:00 Panel: Interkulturkontakte im regionalen Kontext: 200 Jahre Napoleonkriege – Tataren, Baschkiren, Kalmüken in Deutschland als semantisches Reservoir in Historiografie und interkultureller Bildung
Di 10:00-10:30
Di 10:30-11:00 Pause
Di 11:00-11:30

Panel: Interkulturkontakte im regionalen Kontext: 200 Jahre Napoleonkriege – Tataren, Baschkiren, Kalmüken in Deutschland als semantisches Reservoir in Historiografie und interkultureller Bildung

Di 11:30-12:00
Di 12:00-12:30
Di 12:30-13:00
Di 13:00-14:00 Mittagspause
 
Di 16:00-16:30 Panel: Interkulturkontakte im regionalen Kontext: 200 Jahre Napoleonkriege – Tataren, Baschkiren, Kalmüken in Deutschland als semantisches Reservoir in Historiografie und interkultureller Bildung
Di 16:30-17:00
Di 17:00-17:30
Di 17:30-18:00
 
Mi 09:00-09:30 Panel: Rethinking »Salafism«: Old Concepts, New Perspectives
Mi 09:30-10:00
Mi 10:00-10:30
 
Do 09:00-09:30 Loewe Potential of small enterprise development in Egypt, India and the Philippines: a comparative analysis
Do 09:30-10:00 Panel: Comparative Studies on Trade Routes, Economic Networks and Regional Integration in the Middle East: Recent Developments and Multiple Forms
Do 10:00-10:30
Do 10:30-11:00 Pause
Do 11:00-11:30 Panel: Comparative Studies on Trade Routes, Economic Networks and Regional Integration in the Middle East: Recent Developments and Multiple Forms
Do 11:30-12:00
Do 12:00-12:30
Do 12:30-13:30 Mittagspause
Do 13:30-14:00 Panel: Comparative Studies on Trade Routes, Economic Networks and Regional Integration in the Middle East: Recent Developments and Multiple Forms
Do 14:00-14:30
Do 14:30-16:00 Pause
Do 16:00-16:30 Oommen Ethnicity, Marginality and Identity: The Jews of Cochin in Israel
Do 16:30-17:00 Prenzel Am Rand des Zionismus oder im Abseits? Israelische Linksparteien im Wandel - Abgesagt
Do 17:00-17:30 Röbbelen Ana baḥibbik, ya˽blādī! Nationalismus und Patriotismus im Spiegel ägyptischer Graffitimotive nach dem ‚Arabischen Frühling‘
Do 17:30-18:00 Fayed The Copts after Revolution: The mazes of Violence and Identity
Do 18:00-18:30 Sadeghi Seraji Phänomenologie der Niederlage in der Iranisch-Schiitischen Ästhetik
 
Fr 09:00-09:30 Panel: The Transformation Process of the Arab World
Fr 09:30-10:00
Fr 10:00-10:30
Fr 10:30-11:00 Pause
Fr 11:00-11:30 Panel: The Transformation Process of the Arab World
Fr 11:30-12:00
Fr 12:00-12:30
Fr 12:30-13:30 Mittagspause
Fr 13:30-14:00 Panel: The Transformation Process of the Arab World
Fr 14:00-14:30
Fr 14:30-15:00
Fr 15:00-15:30

Chairs:

Özlem Becerik Yoldas (Mo 13:30-15:30 F 4)

Evelin Dierauff (Mi 11:00-13:00 F 2)

Hanna Röbbelen (Do 16:00-18:30 F 4)

Jörn Thielmann (Mo 16:00-18:00 F 4)

Relevante interdisziplinäre Panels:

Al-Sharq-Panel: Gesellschaftlicher Wandel und Kommunikationsformen – Abhängigkeiten, Wirkungen und Repräsentation

Forming the Modern Muslim – Islam, Education and the Individual

Grounded Voices: The ʿulamā and their Discourses in South Asia

Immer noch auf der Suche nach Europa? Reflexionen über Europa als Ort des Möglichen in Literatur, Ideologie und Reisen

Muslime und Eigentum: Handlungsweisen und -wirkungen im Zusammenhang mit Eigentum und Vermögen: Religiöse Grundlagen und soziale Bedeutung für Muslime in Mehrheits- und Minderheitskontexten

Popular Culture in a Muslim Context

Privat-öffentlich-virtuell-imaginär: Soziale Ordnungen des Raums im Wandel - Abgesagt

Abstracts der Einzelvorträge:

Al-Abbasi, Nezam: Die politische Rolle der religiösen Missionen in Palästina vor dem Ersten Weltkrieg

Die religiösen Missionen bildeten ein friedliches Instrument europäischen Vordringens zur Verwirklichung politischer Ziele in Palästina, insbesondere nachdem die Eroberung Akkas (1799) im Rahmen des Napoleon-Feldzuges gescheitert war.

Palästina formierte im 19. Jh. als “Pilgerzentrum”, dessen religiöse  Bedeutung sich in den Aktivitäten der religiösen Missionen Europas und deren rivalisierenden Ansprüche widerspiegelte: England beanspruchte das Schutzrecht für die in Palästina lebenden Protestanten und Juden, und in entsprechender Weise taten dies die Franzosen für die Katholiken und die Russen für die orthodoxen Christen.

Mochten die europäischen Missionen sich in ihren Aktivitäten unterscheiden, untereinander rivalisieren, aber auch viele kulturell-religiöse Institutionen (z.B. Christ-Church in Jerusalem 1849) hervorbringen, so hatten auf politischer Ebene doch die europäischen Mächte (England, Deutschland, Frankreich und Russland) ein gemeinsames Hauptziel: die Beherrschung des Heiligen Landes.

Dieses Ziel fand seinen Widerhall sogar in der völkischen Literatur und Kultur, artikuliert in Parolen, wie: friedliche Kreuzzüge oder Restauration of the Jews. Der religiös-kulturelle Eifer, welcher sich anfänglich so friedlich ausdrückte, wandelte sich allmählich im Anspruch und mündete in der Forderung nach europäischer Präsenz und Kolonialisierung Palästinas (Schwäbische Templer 1858 ). In Folge war die europäische Öffentlichkeit bis zum 1. Weltkrieg von keinem aussereuropäischen Gebiet derartig von seinem “Besitzrecht” überzeugt, wie von dem Heiligen Land.

Becerik Yoldaş, Özlem; Yoldaş, Yunus: Die Reflexionen der Zensurpraxis im  politischen System des Osmanischen Reichs

Der Begriff Zensur, als eine Herrschaftstechnik oder staatlicher Eingriff in die Kommunikationsfreiheit aufgefasst, wird von staatlichen Prüfstellen oder Gerichten praktiziert. Durch zensorische Entscheidungen findet im vornherein der Austausch von Ideen und Gedanken in einer offenen Gesellschaft nicht statt. So wie in anderen westlichen Ländern, rückt auch in der Türkei das Thema Zensur öfters in den Blickpunkt der politischen und gesellschaftlichen Diskursen. Historisch betrachtet hat die Zensur eine lange traditionsreiche Geschichte und es scheint, dass die Frage nach Zensur niemals an Aktualität verlieren wird. Besonders Bücher, die heute als Klassiker oder Weltliteratur gelten, wurden aufgrund religiöser, politischer oder moralischer Natur verboten.

Die Vorgeschichte der Zensur im Osmanischen Staat ist seit dem 19. Jahrhundert  von einem dauernden Wechsel der Verschärfung und Lockerung zensorischer Maßnahmen geprägt. Besonderes Augenmerk wird auf die Zeit des Sultans Abdülhamid II. gerichtet, der über die Jahre hinweg zensorische Eingriffe tätigte.

Vor diesem gegebenen Hintergrund möchten wir uns im Rahmen dieses Vortrages mit der “Entstehung der Zensur im Osmanischen Reich und ihre Reflexionen und Auswirkungen auf das politische System” kritisch auseinandersetzen.

Dierauff, Evelin: Die Kolumne Rasāʾil fallāḥ („Briefe eines Bauern“) 1911-12: Ein Zionist schreibt in der palästinensischen Zeitung Filasṭīn

Thema des Vortrags ist die Kolumne Rasāʾil fallāḥ („Briefe eines Bauern“), eine Serie fiktiver Briefe, die der zionistische Autor Menashe Meirovitch von 1911-12 in der arabisch-palästinensischen Zeitung Filasṭīn („Palästina“) publizierte.

Filasṭīn, gegründet Anfang 1911 durch die griechisch-orthodoxen Cousins Yūsuf und ʿĪsā al-ʿĪsā, war eine der ersten arabischen Zeitungen Jaffas und sollte als Plattform für politische Debatten dienen. Unter anderem initiierten die Herausgeber eine Auseinandersetzung um die Auswirkungen der zionistischen Bewegung auf das spätosmanische Palästina an der sich auch der jüdische Einwanderer Menashe Meirovitch beteiligte.

In der Forschung galt Filasṭīn bisher einhellig als Pionier der antizionistischen Kampagne, die ab 1911 in den arabischen Medien ins Rollen kam. Jedoch zeichnete sich die Berichterstattung zu diesem Thema in Filasṭīn durch große Ambivalenz aus und gab einem breiten Spektrum von Diskussionsteilnehmern Raum. Dementsprechend kontrovers gestaltete sich die Debatte. In meinem Betrag untersuche ich Themen und Funktion der Kolumne Rasāʾil fallāḥ unter den Vorzeichen von Reform und Modernisierung, Globalisierung etc. und was dies für die Einschätzung der Zeitschrift in der Medienlandschaft jener Zeit bedeutet.

Düzyol, Tamer: Kemalismus. Wandel und Perzeption eines Modernisierungsprogramms

Als Hauptquellen des Kemalismus werden vor allem die Parteiprogramme und -satzungen der Republikanischen Volkspartei (CHF bzw. CHP) der 1930er Jahre gesehen. Demnach besteht der Kemalismus aus sechs Prinzipien: Nationalismus, Laizismus, Republikanismus, Populismus, Etatismus und Revolutionismus. Darüber hinaus werden die Reformen, die als „Revolutionen“ bezeichnet werden, als weitere Aspekte des Kemalismus anerkannt. Dieses Set von Prinzipien und Reformen bildete das Modernisierungsprogramm zur Erneuerung des Staates und der Gesellschaft in der neu gegründeten Republik Türkei. Allerdings muss auch Mustafa Kemal Atatürk als ein Aspekt des Kemalismus gesehen werden. Er stellt eine zentrale Symbolfigur dar, die vor allem für den Befreiungskampf, die Gründung der Republik und die Modernisierung der Türkei steht.

Heute ist der Kemalismus in der aktuellen Verfassung wiederzufinden. Auch das Parteiengesetz bestimmt, dass die Arbeit der Parteien inhaltlich an die Prinzipien und „Revolutionen“ von Atatürk gebunden ist. So erfolgten die meisten gesinnungsmäßigen Parteiverbote in den letzten 30 Jahren, die aufgrund der Prinzipien Laizismus und Nationalismus. Und auch das türkische Militär sah bis vor einigen Jahren Islamismus und territoriale Segregation als Gefahr an, was die beiden Prinzipien widerspiegelt. Man kann feststellen, dass der Kemalismus einen Wandel erfahren hat, indem sein Geist hauptsächlich auf den Laizismus und Nationalismus reduziert wird.

Betrachtet man politische Parteien in der Türkei nach ihrer Perzeption des Kemalismus, so können verschiedene Deutungsmuster erkannt werden, die partiell durch ihre ideologische Positionierungen zu erklären sind. Entsprechend seinem historischen Kontext nehmen manche Parteien den Kemalismus als ein Set von Werten/Prinzipien wahr. Andere Parteien erkennen den Kemalismus als legitimationsstiftend an, wodurch eine Gruppe ihre Herrschaft nach dem Tod von Atatürk gesichert habe.

Hieraus kann geschlossen werden, dass Kemalismus kein monochromer Gegenstand ist und differenziert betrachtet werden muss. Neben dem historischen und systemischen Kemalismus können unterschiedliche Deutungsmuster im Parteiensystem beobachtet werden.

El-Sayed, Amr El-Sayed Nasr El-Din: Dynamics of Formulation: National and Supra-National Interests and the Process of Formulating a Common Foreign Policy for the EU:The Case of the Palestinian-Israeli Conflict

Despite the great successes of the European Union (EU) in creating a unified and powerful economic block, its record in the field of formulating a coherent and unified common policy vis-à-vis the world is shaky at best. The most explicit example is the Israeli-Palestinian conflict where even the most audacious EU efforts to intervene in the conflict (namely the EUBAM Rafah and EUPOL COPPS missions) failed to give the EU a stronger role in this long-lasting conflict, as these missions themselves fell hostage to the local political dynamics.

As such, the overall objective of this research is to analyze the dynamics that govern the process of formulating a common European foreign policy towards the Israeli-Palestinian conflict, using EUBAM Rafah and EUPOL COPPS as case studies, to pin-point the main factors that hinder the EU’s ability to formulate an effective common foreign policy. This objective will be achieved, inter alia, via deciphering the EU’s policy formulation process, the various political constraints that it faces and charting EU interests in the Middle East. Finally, and as its conclusion, this research will aim at defining the power potential of the EU and providing insights into its capability and willingness to be a major international political player.

Fayed: The Copts after Revolution:  The mazes of Violence and Identity.

The Copts form the biggest Christian community in the Arabic world. Knowing the accurate number of Copts among the Egyptian population is not an easy matter. In such cases the number gains a political dimension and a call for rights, that is why a “war of number” about the percentage of Copts among population is already since 2005 set up between the governmental Institution that estimated them between 5%-to 6%, and the Pope Schenoude who passed away in March 2012, who claimed a percentage of 15%. In the last midnight of 2010 a Church of al-Qedisain (Two Saints) was bombed in Alexandria during the Mass of the New Year 2011, the year of Egyptian Revolution that put an End to Mubarak Regime. Shortly some days before the beginning of the protests the Minister of inner Security has lead a pale investigation ended up with accusing a certain Palestinian militant group of committing the explosion in the Church.  The next days after bombing the church many strong protests have escalated in Cairo and Alexandria lead by Muslim and Christian youth that was actually the core of the big protest of revolution. At that moment the security seemed disturbed and weak, not capable of resisting the angry masses flowing before him in streets.. It was symptom of bigger revolution. On 12 February 2011 the Supreme Council of Army Forces (SCAF) were brought in power after Mubarak step down, and during the two years of SCAF rule the Copts and churches were exposed to many violent and bloody attacks, the biggest of them was the Demonstration of Maspero on 10th of October 2011, when Tracks had run over the protestors. The reason of that protests in Cairo was the burning of a Church in Marinap Village in Aswan, a small calm village on the River about 900 Km south far from Cairo.

Being a Coptologist and also one of the youth who dreamed of the Revolution and a real civil democratic Egypt I was personally curious to know how such attacks start and who stimulate them? And how they end? So I took the decision to go as possible as I can to Marinap, me and my Director Kees Hulsemann just eight hours after the first report in the news about the attack against the church. The more we go early, the more we catch fresh details. I arrived and I had to put head scarf although I am not veiled to respect the ultra-conservative society of Upper Egypt. That helped me to gain the trust of Muslim side as being Muslim, I commanded a long talk with Muslims and Copts of this village, and I came slowly to realize that pain is much deeper, the Ignorance of “the other” in both sides controls the mentalities. Muslims are not aware of much about Copts, and vice versa, a foggy, negative, and fake image often issued from Middle ages events sustain the minds of both sides. The very special features of Mamlūken epoch dominate the speech of Salafists.

A summit of Ice Mountain is summarized by clashes between Copts and Muslims, but the bottom of it is about a furious conflict about identities.  Each side tries to impose the “imagined” Identity that should only sustain in Egypt. “Egypt is Islamya!”, or “Egypt is an Islamic state” are the mottos that have been chanted during the Friday Protest of Sharia in Tahrir place, organized by Salafists and Muslim Brothers. On the other side some Christians chant “Egypt is for Christ!” or “Egypt is Coptic!”, an invaded Coptic Christian Egypt by Arab invader.

This non said ongoing conflict over the identity expresses itself in the violent actions that take many forms of church attacks, love stories between Muslim man and Coptic women, or building churches. The conflict touched its climax with writing the new constitution of Egypt in December 2012, in which rights of non-Muslims and Women are being gravely touched by tricks of Islamic law terms.

The report of Marinap is intensive based on eye-witness testimonies, and juridical documents. Such attacks like Marinap happened many times and still happen and will happen, as long as real reasons are not cured. Any initiative to understand this kind of conflicts and attacks away from the general sociological milieu of Egypt would be failure and fake. What Media reports are far from truth in many cases.  An empirical investigation is needed for each of them but general reasons are the generators in every time. 

Reasons and technics of this identical conflict are the theme of my lecture Inshalla.

Granmayeh, Ali:  Arab Spring and regional relations: Iran and the Egyptian Revolution

When the Egyptian uprising erupted in 2011, Tehran’s state-run media took advantage to display a wishful thinking for the emergence of an Iranian-style Islamic regime in the Arab world. In the course of rallies and demonstrations in Cairo, Iran’s supreme leader, Ayatollah Khamenei, had expressed that the movement of Egyptian people had an Islamic characteristics because the demonstrators carried out prayers at the Al-Thrir Square. Moreover, he advised the scholars (Ulama) of the Al-Az’har to supervise the process of Islamization following the downfall of Mubarak’s secular regime.

In spite of negative response of Egyptian political leaders and media, the propaganda machine in Tehran never stopped its propagation for the Islamization of Egypt.

Iranian leaders welcomed the victory of the Muslim Brotherhood’s candidate in presidential elections in 2012 as a sign of the Islamists’ takeover in Egypt. However, the first foreign visit of President Mohammad Morsi to Saudi Arabia and the homage that he paid to the Custodian of the Two Holy Shrines, within days after his election, disappointed the ruling hierarchy in Tehran. Next, Iranian leaders pinned their hope on Morsi’s visit to Iran for the summit of the Non-Aligned Movement in August 2012. And, once again, Morsi offended them, when he offered his support, from the summit’s platform, to the Syrian revolutionaries and condemned the regime of Bashar al-Asad, ignoring the alliance between Tehran and Damascus. Nor did Morsi bother to pay a courtesy visit to Iran’s Supreme Leader, Khamenei- a routine that had been observed by all heads of states who had visited Iran in the past.

The visit of President, Ahmadinejad, to Egypt, which took place in February 2013 for participation in Islamic summit, was even more upsetting for the Iranian enthusiasts. At a meeting with the Grand Mufti of Al- Az’har, Ahmadinejad was rebuked for Iranian Regime’s mistreatment of its Sunni subjects and Iran’s interference in domestic affairs of its Arab neighbours.

Reviewing the impacts of regime-change in Egypt on Tehran-Cairo relations, one should notice that Iran wishes to promote relations on its own terms but Egyptians are cautious and distrustful.       

The suspension of tourism between the two countries, a week after its inauguration in spring 2013, has proved that the new leadership in Egypt is more ‘‘alert’’ than ‘‘eager’’ to normalise relations with Iran’s clerical regime.

Hassanein, Mahmoud: Islamismus: Versuch einer systemischen Annäherung

In der nahezu unübersichtlichen Literatur über den Islamismus wird immer wieder auf das ambivalente Verhältnis des Islamismus zur Moderne hingewiesen: Die Islamisten lehnen die Moderne als vom Westen oktroyiertes Gesellschaftsmodell ab und setzten gleichzeitig moderne Mittel ein, sei es, indem sie sich beispielsweise in Parteien organisieren oder eine Republik gründen. Dieses Paradox wird in der Literatur jedoch nicht hinreichend thematisiert. Denn die Forschung leitende Fragen zielen in der Regel darauf ab, einen differenzierten Blick auf die Reaktion der Muslime und/oder Islamisten auf die Moderne zu vermitteln. Es wird u.a. gefragt, ob und welcher Islam demokratietauglich ist und ob und wie die Menschenrechte mit der Scharia vereinbart werden können.

In diesem Beitrag werde ich die paradoxe Beziehung des Islamismus zur Moderne erörtern. Was kann diese Beziehung über die Islamisten verraten? Wie ist das Paradox zu erklären, dass die Islamisten die Moderne ablehnen, im gleichen Atemzug aber moderne Mittel benutzen? Um diesen Fragen nachzugehen werde ich den Islamismus mit Begrifflichkeiten der Systemtheorie nach Niklas Luhmann beschreiben: Funktionssystem, Code, Erfolgsmedium. Die Abstraktion der Systemtheorie erlaubt zunächst einmal die Islamisten auszublenden und darauf abzustellen, wie Islamismus als soziales Phänomen überhaupt möglich ist, um dann die Islamisten in einem nächsten Schritt in ein neues Licht zu rücken.

Das Ergebnis einer solchen systemischen Annäherung ist, dass der Islamismus das Produkt eines Übersetzungsprozesses ist. Die Islamisten übersetzen, indem sie moderne Organisationsformen übernehmen, wie zum Beispiel Parteien oder Bewegungen, und moderne Konzepte vereinnahmen, wie die Demokratie oder die Menschenrechte. Diese ‘kulturellen’ Übersetzungsakte müssen durch manipulierende Übersetzungsstrategien auf der Textebene vollzogen werden: ein ‘islamisches’ Parteiprogramm, eine ‘islamische’ Menschenrechtserklärung usw.

Jalilvand, David Ramin: Iran’s gas exports: can past failure become future success?

Despite holding the world’s second largest conventional reserves, Iran does not export natural gas apart from relatively small-scale trade with Armenia, Azerbaijan, and Turkey. Exports amounted to less than 10 billion cubic metres (bcm) in 2012. For decades, Iran announced ambitious plans to export gas but in reality the country became a net-importer in 1997 and has
basically remained. As a consequence, almost 16% of the world’s conventional natural gas reserves remain absent from the international markets.

Officials from the National Iranian Gas Company (NIGC) repeatedly announced to aim for a 10% share of global gas trade which would have equalled gas exports of almost 70 bcm in 2011. The presentation will examine how realistic it is to expect Iran to turn past failure into future success when it comes to the export of natural gas.

The presentation will discuss Iran’s failure to become a major gas exporter by reviewing Iran’s role in regional and global gas as well as Iran’s existing and unaccomplished gas export projects of the past decade. Thereafter, obstacles to Iranian gas exports are studied. This includes an examination of sanctions as an external factor as well as the review of the internal factors 1) subsidies and domestic over-consumption, 2) objections to foreign participation in the energy sector as well as 3) policy and institutional conflicts. Finally, the likelihood for Iran to become a major in the years ahead is assessed.

The presentation is based on a working paper which can be accessed under: http://www.oxfordenergy.org/wpcms/wp-content/uploads/2013/06/NG-78.pdf

Kabbaj, Amine: Television Advertising and the Cultural Dimensions: Behind the Scene

Television is the most remunerative medium when it comes to advertising. It has an influential ability on the mind and even on the subconsciousness of the greatest number of viewers. It may seem that advertising is only an ideal implement for reaching people economically, but it is also a good way to attain and maintain contact with people socially, culturally, politically and psychologically. Therefore, it is believed to be as much powerful as wasteful since it is not a pure and innocent way of selling products. It goes to the extent of changing and affecting society’s attitudes and behavior so as to fulfil its ends and economic purposes.

Advertisers rely on various visual and sound elements to give uniqueness to each advertisement and relevance to the targeted audience. With only few seconds to work with, advertisers must carefully and pertinently choose each element and use them to create a powerful message. The audio visual techniques used in TV advertising are indeed substantial, but what come to be complementary and more effective are the cultural dimensions that are implicitly used in very tactful manners. Advertisers claim that the cultural implication in the content of advertisements is useful in gaining more opportunities for the advertised product to be accepted and understood. I agree with Michael Schudson when he says that “People’s needs have never been natural, but always cultural, always social, always defined relatives to the standard of their societies […]”

In Moroccan TV commercials, the most apparent cultural dimension is the dichotomy of masculinity femininity. In this matter, there is a current debate in which eroticism and sexism are the most tackled issues. The reason must be that Advertising companies have always been seeking for better provocative techniques in order to grab the attention of more consumers, whether it is abiding by advertising ethics or not. The need for more commercial gains has permitted advertisers to cross advertising moral boundaries.

Eroticized images nowadays have become a tool of advertising, providing very considerable results. They trigger the lustful desires and the sexual impulses that prompt viewers to purchase the product, not because it is needed, but because of the sexual implication it has. In other words, the eroticized image engraved in the viewers’ mind is a successful reminder of the product. The relationship between the product and the ways it is advertised is the main criticism advertisers are facing today. Concrete examples of these critics can be entangled in many provocative questions. Does an advertisement of a man, who is clean shaved, need the presence of a woman as a testimony for the effectiveness of the product usage? Not any simple testimony, but a one that is evidenced by the sensual physical contact between the two characters.

Whenever there is an advertisement which mainly targets males, the featuring of beautiful girls turns to be a very effective way of communication. The purpose behind that is not just to prompt men to buy the product, but also to excite them sexually, which is going to make them focus more on the male female contact than on the product itself. As a result, Men’s priority is not only the selection of the product, but also an opportunity to watch half naked models and idols considering them as their target. Usually, advertisers are implying messages which convey to men that a physical access to women is possible if they possess certain qualities, “products”. Women’s image and reputation are tarnished because “These advertisements present women as a goal, a trophy if you will”. The only given explanation to the use of sexuality and sexism in TV advertising would generally be to essentialize the idea of buying the product to start a relationship easily. Advertisers have appropriated sexuality and sexism in TV advertisements. By doing so, they normalize taboos and enhance the culture of eroticism in societies. The conclusion to draw is that advertisers take advantage from the eroticized sexist depictions so as to sell products.

If women in TV advertisement are ‘thingified’ and represented as sexual objects leaving men with uncontrolled desires, men are certainly portrayed as sexual beasts whose mind and heart are full of lust. Men too are exposed to objectification in TV advertisements. Their body and muscles are used as sexual attention grabbers, mainly targeting women. Body image plays a major role in men’s life. It gives them a feeling of satisfaction and self-esteem. During the process of men’s representation in TV advertisements, the most important task is how to show an ideal image of men. The male image is usually associated to the cultural view of masculinity. A man is meant to be powerful, effective and even authoritarian, or destructive when necessary. An ideal man should have a specific type of body called ‘muscular mesomorph’, an average shape with well proportioned muscular build. The male image is also related to facial attractiveness. Man’s handsomeness requires a clear skin, a healthy hair, a well sculptured nose and unnoticeable ears. In this way, advertisers try to idealize the image of men in order to have the attention of the audience.

It is often seen in sexism that women are the most objectified and sexed up in TV advertisements. But as a matter of fact, men are concerned too and are in their turn manipulated by advertisers. The constructed representations of men in TV advertisements reflect an eroticized image that shows the man as an indecent and unprincipled human being. When it comes to TV advertising, it is not only women who are careful about their beauty and shape. Men in TV advertisements are in their turn taking into consideration these elements which allow them to be competitive with women in beauty matters.

Underwear and other similar products advertising are often developing sexist interpretations from the part of both male and female to attract more consumers. The effects of these product samples are always memorable and profound. Most importantly, the aim of this type of TV advertisements is to make us believe that men are lustful and blinded with sex. TV commercials are thought to be more complex than any other form of advertisement because of the powerful effect they carry on the audience. In short, this type of advertisement emphasizes the misconception that men are led by their sexual drives regardless of social norms.

Oliveira, Eva: “I do not name you Friday, so you do not exist” – Israel’s refusal to acknowledge the existence of the Palestinian people

This paper approaches the issue of Israel’s ongoing refusal to acknowledge the existence of the Palestinian people in the Occupied Territory and within the Green Line. Hence, the government of Israel implements several policies to this effect such as the bias of the educational system, whereby school books play a major role. Simultaneously, Arabic as an official language has been increasingly banished from public life. Finally, the attempt to divide and segregate the Palestinian people within the Green Line persists. This happens through the division of the people into smaller groups, such as the Druze and the Bedouins, which are officially  – in their ID Cards – not Palestinians or even Arabs.

This behaviour of the government of Israel is not unique in history, it is common throughout colonial projects. Colonisers refuse to acknowledge the existence of native people, in the lands they have just conquered, by replacing their presence through a newly created reality. They do not name the reality by the existing narrative but instead rename it after their culture, language and norms.

In this specific case, the attempts of the government of Israel to undermine the consciousness and acceptance of the existence of the Palestinian people, by creating new names instead of using the ones already existent, intend to embed the coloniser’s presence in the colonised territory and, furthermore, to rewrite history. Notwithstanding the fact that reality does not correspond to the constructed narrative.

Oommen, Ginu Zacharia: Ethnicity, Marginality and Identity: The Jews of Cochin in Israel

The Jews of Cochin, one of the indigenous migrant communities of Kerala were clustered around seven synagogues in and around Cochin. They were divided into two groups—the White Jews (Paradesis or Foreigners) and the Black Jews (Malabarees). While the Paradesis landed in Kerala coast in the 15th century from Spain and Portugal during the Inquisition, the Malabrees or Black Jews’ existence in Kerala dates back to 2000 years. The Indian Jews is one of the few communities to have faced no persecution or anti-Semitism during the diasporic times unlike other Jewish groups in Europe. The factors like economic backwardness and religious sentiments prompted them to immigrate to Israel in spite of their   peaceful life in India. The Cochin Jews alongside other Indian Jewish communities immigrated to the Israel, the so-called Promised Land with a great hope and dreams after the formation of Israel. But the reality which they experienced in Israel was quite contrary to their expectations. The immigration of Cochin Jews and the pattern of their integration in Israel must be viewed with in the wider framework of the intra-Jewish ethnic conflicts in Israel.

This paper critically examines certain aspects of socio-cultural transformation that occurred in the community after migration to Israel. The Jews of Cochin are a highly religious community compared to other Indian Jewish groups, with various diasporic rituals and traditions.  This paper analyses factors for their changing religious life style and the role of diasporic symbols and traditions in maintaining the identity of the community. The question of Cochin Jews’ ethnic identity and solidarity must be considered in juxtaposition to their relationship with the mainstream Israelis and also the way the Israelis view the Indian immigrants in general and Cochins Jews in particular .The paper specifically examines the ethnic consciousness, societal interface, inter-ethnic marriages and the discriminations faced by the community. Incidentally, conflicts, factions and internal feuds among the Pardesis and Malabrees have long been common feature of Jewish life in the Kerala and attempts have been made to understand present interface between both the groups. Moreover attempt has been made to comprehend the impact of host culture in the life of Cochin Jews especially younger generation.

This paper is based on empirical study for which fieldwork was conducted in Israel between May 2004 and September 2004. The main methods of documentation were through detailed interviews and observances at various Cochini cultural performances and festivals. Around 180 informants were interviewed mainly from five major Cochini MoshavsNivatim, MessillatZion, Aviezer, KefarYuval and Taoz. Moreover I had been to Cochini Moshavs in Israel prior to my official Doctoral field trip in 2000-2001. Primary data was collected from extensive interviews with the members of Cochin Jews in Israel based on a detailed interview schedule. Method of convenient sampling was followed in the study whereby the informants were selected through the links established within the community.

Röbbelen, Hanna: Ana baḥibbik, ya˽blādī! Nationalismus und Patriotismus  im Spiegel ägyptischer Graffitimotive nach dem ‚Arabischen Frühling‘

Mittlerweile herrscht Einigkeit darüber, dass der eigentliche Triumph des ‚Arabischen Frühlings‘ in Ägypten nicht im Rücktritt Mubaraks bestand, sondern vielmehr in einem durch die kollektive Rebellion angestoßenen geistigen Wandel innerhalb der Gesellschaft. Dieser Wandel findet seinen unmittelbaren Ausdruck in der gegenwärtigen ägyptischen Kunst, die in einem wechselseitigen Einflussverhältnis zur errungenen Freiheit steht: Einerseits stärkt die empfundene Freiheit die Kunst, da auf einmal ein kreativer Ausdruck auf allen erdenklichen Ebenen möglich ist; andererseits stärkt wiederum die Kunst die Freiheit, weil sie die Betrachter zu Kritik, Widerstand und Reflektion anregt.

Widerstand durch Kultur scheint das Credo einer neuen städtischen und gut gebildeten Generation zu sein, die im sogenannten ‚Artivismus‘, einer von Freiheitsträumen inspirierten Fusion von Art (Kunst) und Aktivismus ihre Möglichkeit zur Kritik und zur Einflussnahme auf die bestehenden politischen und sozialen Verhältnisse wahrnimmt. Die derzeit prominentesten und sichtbarsten Formen dieses ‚Artivismus‘ sind die Subkultur-Künste Graffiti und HipHop.

Eingebettet in einen kunsttheoretischen Rahmen, wird der Vortrag anhand von ausgewählten Beispielen aus diesen beiden Bereichen die wesentlichen Topoi und die hierfür eingesetzte Symbolik des ‚Artivismus‘ analysieren. Aufbauend auf der These Sari Hanafis über die Entstehung einer neuen politischen Subjektivität in den Ländern des ‚Arabischen Frühlings‘, die für die Jugend auf die Verkörperung von nicht weniger als der Nation selbst aufbaut (engere oder partikularistische Ansprüchen werden als ungeeignet dafür angesehen), ist die Hypothese, die sich anhand der Beispiele bestätigen lässt, dass die Symbolik in Graffiti und Hiphop überwiegend  nationalistischer Natur ist. Im Hinblick auf eine starke islamische Identitätskonstruktion in Ägypten überrascht es trotz der anti-establishment-Mentalität der Graffitikunst an sich nicht, dass Religion bzw. Islam dennoch eine Rolle spielen. Und zwar wird religiöse Symbolik zur Untermauerung und theologischen Unterfütterung politisch-nationalistischer Botschaften hinzugezogen, wie anschauliche Beispiele zeigen.

Sadeghi Seraji, Omid: Phänomenologie der Niederlage in der Iranisch-Schiitischen Ästhetik

Die Behauptung deses Beitrags ist, dass die iranisch-schiitische Kultur ein eigenes ästhetisches Muster vorweist. Dieses Muster ist in folgenden Aussagen Postulierbar:

  1. Niederlage ist schön.
  2. Verlierer ist liebenswert.

Anders als die vorherrschende Meinungen in der Islamwissenschaft und Iranistik, die Schia als Anpassung des Islam an der iranischen Politik, Ethik und Theologie auffassen, versucht dieser Beitrag Schia als das Resultat der Islamisierung anhand dieser Ästhetik zu konzipieren.

Während die iranische abstrakte Kunst (Musik und Kaligrafie) Ehrerbietung an Trauer sind, haben die nicht-abstrakten Künste (Poesie, Literatur, Cinema, Theater) die gemeinsame Eigenschaft, das Scheitern als eine schöne Angelegenheit zu konzipieren. Abgesehen von Kunst lässt sich dieselbe Vorlage in Sprache, Folklore Religion und Rituale auch nachspüren.

Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse  stellt die bedeutende Rolle des Phänomens „Niederlage“ in Iranischen Kultur heraus. Der Name des siegreichen Helden von Schahnameh (Irans Nationalepos) „Rostam“ ist kein gängiger Vorname in Iran. Dagegen, sind die Namen der durch ihm getöteten Helden z.B. Sohrab u. Esfandiar von erheblicher Popularität. In Popkultur wird Heldentum immer mit Niederlage assoziiert (Takhti 1951, Abdevali 2012). Schia thematisiert die Trauer als Tugend (Nahdj-ol-Fasaha Nr 1113). die Zuneigung zu der benachteiligten Person, ist als politischer Leitsatz in der Verfassung von der Islamischen Republik Iran verankert (Solidaritätserklärung mit den mit Unrecht behandelten der Welt. §3 Abs.16).

Stereotypisch wird das sedimentierte Schiitentumserbe für den Trauerkult in iranischen Kunst und Kultur schuldig gemacht. Die Phänomenologie der Niederlage in der iranisch-schiitischen Ästhetik behauptet, dass es eine Parallele zwishcen iranischer Kunst und schiitischer Konfession gibt, die sich auf diese ästhetische Regeln  ruht: 1. der Wahrnehmung der Niederlage als etwas Schönes und, 2. Sympathie mit dem Verlierer.

Safadi, Samira / Peschers, Gerhard: Palästinensische Bibliothekslandschaften vor politischen und sozialen Herausforderungen

Bibliotheken als Zeitfenster einer Epoche und Spiegelungen der Gesellschaft sind ausschlaggebende Impulse für lebenslanges Lernen und Bildung. Palästinenser galten lange als ein sehr gebildetes Volk. Bildung als ein nicht ortsbezogenes Gut spielte in der politischen Situation seit 1948 immer wieder eine wichtige Rolle. Bibliotheken können wichtige Motoren für die politische, geschichtliche und kulturelle Identitätsfindung sein.

Fragestellung

  1. Wie gestaltet sich das Bibliothekswesen in den Palästinensischen Gebieten?  Wer finanziert diese Bibliotheken?
  2. Welche Archive und Bibliotheksbestände gibt es außerhalb der Palästinensischen Gebiete zum Thema palästinensische Geschichte, Kultur und Gesellschaft?
  3. Vor welchen Herausforderungen steht das palästinensische Bibliothekswesen in Bezug auf einen zukünftigen palästinensischen Staat?

Zur Situation in den Palästinensischen Gebieten

Der innerpalästinensische Konflikt und die Spaltung der palästinensischen Autonomiebehörde mit der Fatah in der Westbank und der Hamas in Gaza sowie der ungelöste Status Jerusalems wirkt sich erschwerend auf die lokale Informations-und Bibliotheksarbeit aus. Die Palästinensischen Gebiete leiden in Folge der anhaltenden israelischen Besatzung unter einer desolaten Wirtschaftslage und Infrastruktur. Es werden zwei Kinderbibliotheken vorgestellt:

  1. Die Fahrbibliothek des Goethe-Instituts
  2. Das Qattan Center for the Child in Gaza

Zur Situation außerhalb der Palästinensischen Gebiete

Der Bestandsaufbau und die Bestandspflege von Archiven und Dokumenten zur palästinensischen Geschichte ist im politischen Kontext besonders wichtig. Größere Bestände gibt es u.a. in Beirut, im Institute for Palestine Studies und auch in den Gefangenenbibliotheken für palästinensische Gefangene in Israel. Diese sollen hier skizziert werden. Eine allgemeine Einführung zu Gefangenenbibliotheken gibt Herr Gerhard Peschers, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Gefangenenbüchereien des Deutschen Bibliotheksverbands und Leiter der Gefangenenbibliothek der JVA Münster, Bibliothek des Jahres 2007.

Bibliothekarische Herausforderungen für einen zukünftigen palästinensischen Staat

Das Projekt einer palästinensischen Nationalbibliothek soll vorgestellt  und auf die Strukturen des Bibliotheksverbands eingegangen werden.

Ausblick

Wo können Wissenschaft und Forschung ansetzen, um den Auf-und Ausbau von Bibliotheken in den Palästinensischen Gebieten zu unterstützen?

Tabatabai, Adnan: Politische Macht im Kontext der Islamischen Republik Iran

Im Vorfeld der am 14. Juni 2013 stattfindenden, 11. Präsidentschaftswahl in der Islamischen Republik Iran werden Machtkämpfe auf politischer Ebene, Zerwürfnisse zwischen und innerhalb von Eliten, sowie Fragen nach neuen Allianzen und aufstrebenden Akteuren diskutiert. Um dieser Debatte zu fundiertem Erkenntnisgewinn zu verhelfen, ist es notwendig, „politische Macht“ im Kontext der Islamischen Republik Iran konzeptionell greifbar zu machen. Hierbei muss untersucht werden, welche Besonderheiten den politischen Kontext des Iran auszeichnen. Denn sie vermögen, spezifische Implikationen für Erlangung, Ausweitung, Erhalt und Verlust von „politischer Macht“ im Iran mit sich zu bringen.

In diesem Vortrag wird auf der Basis von Konzepten von Max Weber und Pierre Bourdieu erarbeitet, welches „Kapital“ (Bourdieu) politischen Akteuren jene „Autorität“ (Weber) verleiht, der es bedarf, um „politische Macht“ zu akkumulieren. Ausgehend von diesem konzeptionellen Rahmen wird im nächsten Schritt aufgezeigt, worin sich die Amtszeiten von Mahmoud Ahmadinejad mit der seiner beiden Vorgänger Ali Akbar Hashemi-Rafsanjani und Mohammad Khatami im Wesentlichen unterschieden haben. Abschließend wird der analytische Fokus auf Grundlage der erarbeiteten Kriterien und dem Vergleich der letzten drei Amtszeiten auf den neu gewählten Staatspräsidenten gerichtet.