Panel: Turfanforschung im 21. Jahrhundert

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Section:

Turkic and Central Asian Studies

 

Dietz, Siglinde: Eine Darstellung der Sāṃkhya-Philosphie im Alttürkischen

Im vierten Kapitel der alttürkischen Xuanzang-Biographie wird eine Debatte Xuanzangs mit einem Brahmanen der Lokāyatika (Z. 1477-1478) über verschiedene nicht-bud-dhistische häretische (tirtilıg) Schulen dargestellt. Zunächst werden die Besonderheiten in Kleidung, Haartracht und Essen der Pāśupatas, Nirgranthas, Kāpālikas und Vaiśeṣikas (Z.1512-1549) kurz beschrieben. In den Zeilen 1550-1650 werden die Thesen des Sāṃkhya ausführlich diskutiert. In meinem Vortrag werde ich auf diese Darstellung der Sāṃkhya-Philosophie und ihre Widerlegung durch Xuanzang genauer eingehen sowie die alt-türkischen Termini untersuchen.

Durkin-Meisterernst, Desmond: Aktuelle Arbeit an der Edition der sogdischen Fragmente in der Berliner Turfansammlung

Das Akademienvorhaben Turfanforschung hat die Aufgabe, die in Turfan und an anderen Orten entlang der Nordroute der Seidenstraße in Ostzentralasien gefundenen Textfragmente herauszugeben. Über die nächsten Jahre bereitet der Vortragende sogdische Fragmente manichäischen, christlichen und (später) buddhistischen Inhalts vor, und folgt damit den Katalogbänden Boyce 1960 (dazu die Liste von Morano 2007), Reck 2006, Sims-Williams 2012 und den noch ausstehenden Katalogen von Reck. Aus dieser Arbeit werden einige Beispiele geboten. Die Präsentationsmöglichkeiten der Editionen, ob als gedrucktes Buch oder im Internet, werden ebenfalls erörtert. Zum Schluss wird ein Überblick über den gegenwärtigen Stand der Lexikologie des Sogdischen gegeben.

Kasai, Yukiyo: Überblick über die Editionsarbeit der Textgruppe „Die alttürkischen Fragmente mit Brāhmī-Elementen“

In der Berliner Turfansammlung gibt es die Fragmente, in den nicht nur die uigurische sondern auch die Brāhmī-Schrift verwendet werden. Die Verwendung der Brāhmī-Schrift ist dabei meistens für die Zitate aus dem Sanskrit oder für die bestimmten buddhistischen Termini beschränkt. Es gibt zwar auch die Fragmente, in den die Brāhmī-Schrift als Glossare neben den Sanskrit-Wörtern in uigurischer Schrift steht, aber in anderen wechselt man in der Mitte der Zeile von einer zu der anderen Schrift, so dass sie beiden in der gleichen Linie stehen. In der Textgruppe „den alttürkischen Fragmenten mit Brāhmī-Elementen“ sind hier nur die letzteren Fragmente enthalten. Inhaltlich handelt es sich bei dieser Textgruppe fast alle um die buddhistische Literatur, aber der Inhalt der dazugehörigen Texte ist unterschiedlich und oft als Originalwerk der Uiguren zu bezeichnen. Diese Charakteristika bieten große Schwierigkeiten bei der Erforschung dieser Texte. Trotzdem sind einige Texte aus dieser Gruppe bereits erforscht. Nur ihre Gesamtedition fehlt noch, und dies ist meine jetzige Aufgabe. Im Vortrag werde ich die Informationen zu dieser Textgruppe präsentieren, die durch meine Editionsarbeit herausgefunden wurden und den Überblick über die gesamte Fragmente geben, die zu dieser Gruppe gehören.

Reck, Christiane: Abschluss der Arbeiten am Katalog der soghdischen buddhistischen Fragmente der Berliner Turfansammlung

Die ca. 500 buddhistischen soghdischen Textfragmente in der Berliner Turfansammlung gehören zu den vergleichsweise wenig beachteten Teilen dieser am Anfang des 20. Jh. durch vier preussische Expeditionen nach Berlin gelangten Funde. Sie stammen vermutlich aus dem 9.-11. Jh. und sind sehr bruchstückhaft. Die soghdischen buddhistischen Texte sind nachweislich überwiegend aus dem Chinesischen übersetzt. Identifizierte Texte belegen, dass die soghdischen Versionen von den bekannten chinesischen Vorlagen im Detail abweichen. Im Vortrag werden die Ergebnisse der langjährigen Katalogisierungsarbeiten zusammengefaßt und verschiedene Beispiele für typische Merkmale bzw. für Besonderheiten vorgestellt. Es werden eine Übersicht über die publizierten und identifizierten Texte gegeben und die für den Katalog vorgesehenen Konkordanzen vorgestellt.

Yakup, Abdurishid: On the Old Uyghur translations of the Buddhavataṃsaka Sūtra

The Buddhavataṃsaka Sūtra is one of the most influential Mahāyana scriptures of East Asian Buddhism. The vision expressed in this scripture was the foundation of the Huayan school of Chinese Buddhism.

The text was translated into several languages, e.g. Chinese, Mongolian, Sanskrit, Tangut, Tibetan and Old Uyghur. This paper tries to give an overview of the Old Uyghur translations of the The Buddhavataṃsaka Sūtra and discusses some important facts relating to the translation method of the text.