Abstracts Turkic and Central Asian Studies

Schedule

Room: F 33, EG, Fürstenberghaus
Day Time    
Mo 13:30-14:00 Stachowski Areale Sprachstudien zum sibirischen Türkisch
Mo 14:00-14:30 Berger Heroes and Villains: Erinnerungskultur in der zeitgenössischen Türkei
Mo 14:30-15:00 Vasiltsov Some manuscripts from Central Asia: towards the understanding of the  indigenous Isma‘ili (Panj-tani) tradition of Badakhshan
Mo 15:00-15:30 Ebadi-Zahmatkesh The Shrine of Khaled Nabi: A nostalgic place for Turkmen of Iran?
Mo 15:30-16:00 Break
Mo 16:00-16:30 Müller Lob der Widersprüche – Überlegungen zu Identität und Weiblichkeit in der Prosa Elif Şafaks
Mo 16:30-17:00 Smolarz “Unterwegs wider Willen”: Mobilität von versklavten Gefangenen aus dem Russischen Reich in Zentralasien im 18. und 19. Jahrhundert
Mo 17:00-17:30 Ayşel Vom Gastarbeiter zum Deutschtürken – Studien zum Wandel türkischer Lebenswelten in Duisburg
Mo 17:30-18:00 Cengiz Perception on Yazidis in Turkish Literature
    
Tue 09:00-09:30 Richter Archivarbeit in Kasachstan zum Thema „Die Entstehungsgeschichte des kasachischen Zivilgesetzbuches“
Tue 09:30-10:00 Merhan Über das älteste türkische Werk in Anatolien
Tue 10:00-10:30 Bahçeci The Boundaries of “Post-colonialism and Theater” Studies and the Turkish Case
Tue 10:30-11:00 Break
Tue 11:00-12:30 Podiumsdiskussion: Die Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung zur Geschichte und Lage der türkischen Studien
Tue 12:30-14:00 Lunch break
Tue 13:30-14:00 Bartholomä Der Islam als Faktor im sprachpolitischen Diskurs Tatarstans und Kasachstans - cancelled
Tue 14:00-14:30 Scherberger Sadri Maksudi Arsal und die türkische Sprachreform
Tue 14:30-15:00 Sagaster Sehnsucht nach dem „Mutterland“ versus „Kıbrıslıtürk edebiyatı“: Das Ringen um Identität in der türkischen Literatur Zyperns - Changed presentation title
Tue 15:00-15:30 Köktürk Caricature(s) of the young republic: Akbaba comic magazine
Tue 15:30-16:00 Break
Tue 16:00-16:30 Panel: Die Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung zur Geschichte und Lage der türkischen Studien – The History of Turkish Studies in European Countries — Zur Geschichte der türkischen Studien in Europa

Tue 16:30-17:00
Tue 17:00-17:30
Tue 17:30-18:00
 
Wed 09:00-09:30 Maurer klu, nāga und vāstupuruṣa – Die Adaption indischer Elemente im tibetischen Ritual für den Hausbau
Wed 09:30-10:00 Panel: Mongolisierung
Wed 10:00-10:30
Wed 10:30-11:00 Break
Wed 11:00-11:30 Panel: Mongolisierung
Wed 11:30-12:00
Wed 12:00-12:30
Wed 12:30-13:00
 
Thu 09:00-09:30 Panel: Turfanforschung im 21. Jahrhundert
Thu 09:30-10:00
Thu 10:00-10:30
Thu 10:30-11:00 Break
Thu 11:00-11:30 Panel: Turfanforschung im 21. Jahrhundert
Thu 11:30-12:00
Thu 12:00-12:30 Panel: Neue religiöse Bewegungen in der Türkei
Thu 12:30-13:30 Lunch break
Thu 13:30-14:00 Panel: Neue religiöse Bewegungen in der Türkei
Thu 14:00-14:30
Thu 14:30-15:00
Thu 15:00-15:30
Thu 15:30-16:00 Break
Thu 16:00-16:30 Waibel Zu den Quellen des frühen uigurischen Buddhismus: Das Verhältnis zwischen Maitreyasamiti-Nāṭaka und Maitrisimit Nom Bitig - Cancelled
Thu 16:00-16:30 Sakhatova Sprachliche Entdeckungen in der türkmeischen Literatur des 18.Jahrhunderts - Changed presentation title / New presentation time
 
Thu 17:45-19:00 Vorstandssitzung: Die Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung zur Geschichte und Lage der türkischen Studien
Thu 19:30- Mitgliederversammlung: Die Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung zur Geschichte und Lage der türkischen Studien
 
Fr 09:00-09:30 Panel: Sprachpolitik und Spracherhalt bedrohter Türksprachen, ausgewählte Beispiele
Fr 09:30-10:00
Fr 10:00-10:30
Fr 10:30-11:00 Break
Fr 11:00-11:30 Panel: Sprachpolitik und Spracherhalt bedrohter Türksprachen, ausgewählte Beispiele
Fr 11:30-12:00
Fr 12:00-12:30

Chair:

Jens Peter Laut

 

Relevant interdisciplinary panels:

East Asian Islam in the 19th/20th Centuries and its Discovery as a Political Factor

Geschichtsschreibung zwischen Wissenschaft und Ideologie

Ideology and practice between Mongol and Chinese traditions: new perspectives on the Yuan Dynasty

Popular Culture in a Muslim Context

 

Abstracts of the individual presentations:

Ayşel, Asligül: Vom Gastarbeiter zum Deutschtürken – Studien zum Wandel türkischer Lebenswelten in Duisburg

Die Studie zielt darauf ab, den intergenerativen Wandel in türkischen Familien in Duisburg aufzuzeigen. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich nach den Strukturen, die in türkischen Familien entwickelt und über die Lebensspanne tradiert werden. Die Lebensgeschichten werden nach der biografisch-narrativen Analyse -der Methode von Gabriele Rosenthal- analysiert und ausgewertet, welche eine Differenzierung und anschließende Kontrastierung der erzählten und erlebten Lebensgeschichte vornimmt und die biografischen Prozesse, sowie Strukturen des Handelns analytisch
wiedergibt. Dabei werden lebensweltliche Kontexte, latente Strukturen und konstitutive Faktoren für den Wandel, wie die Etablierungsformen und Bewältigungsstrategien, die wissenschaftlich greifbar und dokumentierbar werden, erfasst. Für das Erarbeiten der Lebenswelten im Wandel bediene ich mich der Etablierten und Außenseiter Figuration von Elias/ Scotson, der Migrationstheorie von Hoffmann-Nowotny und den Migrationsthesen von Kagitcibasi.
Ein Blick auf die Datenlage zeigt die Thematisierung der Interviewer/innen von drei zentralen Lebensbereichen: Bildung, Diskriminierung und Familie. Die nähere Analyse liefert eine Erklärung
darauf, wie diese Themenbereiche kontextuell zueinander stehen, das gemeinsame Ziel vom sozioökonomischen Aufstieg bestimmen und damit die Anhäufung des ökonomischen und
symbolischen Familienkapitals konsolidieren. Das Erwerben vom kulturellen Kapital stellt dabei für die Migranten den einzig legitimen Weg dar. Es kristallisiert sich heraus, dass das Ziel nach dem
sozioökonomischen Aufstieg durch die gering ausbleibende gesellschaftliche Anerkennung nicht in seiner Vollständigkeit erreicht wird, wobei dem Familialismus in der Migrationssituation ein stärkerer Zusammenhalt zukommt.
Die Untersuchung beleuchtet Migrationsaspirationen, liefert eine Erklärung auf Interaktionsdynamiken zwischen Mitgliedern in türkischen Gastarbeiter-Familien aus Duisburg, sowie ihre wechselseitigen Dependenzen zueinander und gibt eine mögliche Antwort darauf, inwiefern soziale Ungleichheiten auf religiös-kulturellen, aber auch milieuspezifischen Hintergrund zurückgeführt werden können. Damit trägt die Studie einen Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen Verständnis der migrantischen Lebenswelten, sowie ihrer Transformationen bei.

Bahçec, Mehmet Özgür: The Boundaries of “Post-colonialism and Theater” Studies and the Turkish Case

Starting with the cultural reformation of young Turkish Republic that aimed at westernization and modernization, the Turkish cultural elite paves way to encapsulate every cultural and artistic product within the East/West dichotomy. Through their continuous efforts to re-define East and West under an imagined Western gaze, it became possible for the Turkish cultural elite to imagine a Turkish national identity. Recent studies on modernization of the Turkish Republic emphasize the role of this occidentalist stance on dealing with the contradictory position of West as both an enemy and a goal to attain, which also became dominant in defining the ‘uniqueness’ of Turkish national artistic disciplines, including Turkish theater.

Although the deployment of this rich but mostly imagined interaction between Turkish theater practitioners and “Western theater” could have been investigated to provide new perspectives on the relation between post-colonialism and theater, this relation has not been studied in any of books on this subject both nationally and internationally. In this paper we will argue that a deeper comprehension of this general ignorance by both parties can provide insights about how the boundaries of “post-colonialism and theater” area are drawn, and what is considered as postcolonial drama/theater.

In order to proceed in that direction, we will first investigate the reasons why both Turkish and non-Turkish writers have neither considered positioning Turkish Theater in the history of post-colonial theater nor approached Turkish theater with a post-colonial perspective. Then, we will question whether constricting post-colonial theatre to the theatres of actually colonized and/or decolonized countries leave out other forms of colonization such as cultural and/or imagined ones.

In our attempt to cover how the “post-colonial theater” is formulated, and how its boundaries are defined by Turkish writers we will look at those academic books written to present “national” Turkish theatre internationally especially in the 80s when post-colonial theater started to be discussed and theorized in a global scale. In order to put the boundaries of post-colonial theatre in perspective, we will refer to such works as Post-colonial Drama, An Introduction to Post-colonial Theatre, Postcolonial Plays: An Anthology and Theatre and Post-colonial Desires which pin down those boundaries.

Berger, Lutz: Heroes and Villains: Erinnerungskultur in der zeitgenössischen Türkei

Die Geschichtsbetrachtung in der zeitgenössischen Türkei ist in den letzten Jahren intensiv erforscht worden. Im Zentrum dieser Arbeiten stand dabei, angefangen bei der Arbeit Martin Strohmeiers zur Erforschung der Seldschukenzeit, stets die Funktion, die der älteren türkischen Geschichte bei der Schaffung einer neuen nationalen Identität in der republikanischen Türkei zugewiesen wurde. [1] Die Betrachtung der Geschichte des späteren Osmanischen Reiches wurde kaum untersucht, auch die Erinnerung an die nunmehr bald 90jährige Geschichte der türkischen Republik erscheint als ein nahezu unerforschtes Gelände. Zudem blieb die Erforschung türkischer Geschichtsbilder bislang auf die Untersuchung von wissenschaftlicher Historiographie und von Schulbüchern beschränkt. [2] Man hat dagegen weniger gefragt, welchen Niederschlag die von professionellen Historikern verfassten Schriften und die in ihnen transportierten Ideen in der öffentlichen Meinung und politischen Alltagskultur der Türkei gefunden haben. Hier eröffnet sich der Forschung ein noch unbearbeitetes Feld, für das die Quellenbasis seit der Etablierung des sog. Web 2.0 unüberschaubar angewachsen ist. [3] Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, die Erinnerung an die 1950er Jahre, die Ära des Ministerpräsidenten Adnan Menderes, im religiös-konservativen und im linkskemalistischen Spektrum der Türkei nachzuzeichnen; eine Ära, deren Beurteilung wie sich zeigen wird seit den 1960er Jahren strittig geblieben ist und anhand derer sich paradigmatisch für die türkische politische Debatte relevante Konfliktlinien aufzeigen lassen.

[1] Martin Strohmeier: Seldschukische Geschichte und türkische Geschichtswissenschaft. Die Seldschuken im Urteil moderner türkischer Historiker (Berlin 1984), Halil Berktay: Cumhuriyet İdeolojisi ve Fuad Köprülü (Istanbul 1983), Büşra Ersanlı Behar: İktidar ve Tarih: Türkiye’de “Resmi Tarih” Tezinin Oluşumu (1929- 1937) (Istanbul 1992), Etienne Copeaux: Espaces et temps de la nation turque. Analyse d’une historiographie nationaliste 1931-1993(Paris 1997).

[2] Dazu Copeaux Anm. 1.

[3] Einen Anfang macht Esra Özyürek (Hg.): The Politics of Public Memory in Turkey (Syracuse 2007). Die AutorInnen des Bandes sind EthnologInnen. Methodenfragen bei der philologischen Auswertung von Internetforen und Netzinhalten sind bislang in der Forschung, soweit ich sehe, noch unzureichend diskutiert.

Cengiz, Semran: Perception on Yazidis in Turkish Literature

Middle East is a place where peoples, beliefs and life styles of great variety coexist and cultures find their ways in vigorous harmony of a carnival. In the region where differences co-exist in a fragile contact, conflicts reign over hundreds of years; hence the language of conflict has become a part of the daily life. In this regard, how is this discourse reflected on the literatures of the local cultures which have not been able to attain a peaceful existence together? In order to address this question, it is beneficial to elaborate the perceptions on Yazidis in the Turkish literature which was a prevalent literature of the Empire for centuries. The fact that works in the Turkish literature which mentions Yazidis – one of the oldest peoples of Anatolia – can be counted with the fingers of less than one hand proves the effect of marginalisation and cultural-oriented approach on the intellectual life. Although there has been a great change in the written works since Evliya Çelebi’s Travelogue as Yazidis were labelled with certain biases, such a change has not been internalised by different segments of the society. The conflicting and marginalising discourse used by the author in his Travelogue is ominous – the very first text ever written on Yazidis who are deemed to be the “Devil worshippers” by the society. On the other hand, in his novel written in the first half of the 20th century and titled “Yezidin Kızı” (Daughter of the Yazidi), Refik Halid Karay displays a more tolerant and embracing attitude. Furthermore, massacres of Yazidis by the Muslim majority are represented in a sorrowful discourse of the social memory in the tetralogy of Yaşar Kemal, Bir Ada Hikayesi (A Story of an Island). And a more contemporary author, Murathan Mungan displays the stance of Turkish society in accepting the different in a dramatic manner in his theatre play “Mahmud ile Yezida” (Mahmud and Yezida) based on the love of a Yazidi girl for a Muslim boy with the Yazidi-Muslim conflict in the background.

Ebadi-Zahmatkesh, Mehdi: The Shrine of Khaled Nabi: A nostalgic place for Turkmen of Iran?

In the northeastern Iranian province of Golestan lies a shrine, called Khaled Nabi (also known as Halat Nabi), that has become the most popular sacred destination for Iran’s Turkmen minority at first place and fairly recently attracted the attentions of curious non-Turkmens, both Iranian and foreign tourists as well. Accordingly, in spite of its relative remote setting, every year more than 90,000 travelers do visit this shrine.
In this lecture the character of these visits, the reasons and motivations behind them and finally the visitors themselves will be more investigated.
Furthermore, considering the geographical location of Khaled Nabi indicates its location on the border line between the so-called ‘‘Turkic-Persian cultural zones’’ which in both of these cultural zones, zeyarat or shrine pilgrimage is very important.
As the second objectives, the similarities between pilgrimage rituals at the shrine of Khaled Nabi and the shrine in Central Asia will be more discussed.

Köktürk, Aytac: Caricature(s) of the young republic: Akbaba comic magazine

The construction of the nation-state is a hegemonic in Turkey. Re-thinking this process in connection to the use of visuality and visual culture in Turkey is the main purpose of this paper. By visual material, I am dealing here with particular forms of visual forms which have direct interaction with its audiences such as comic magazines.
The comic magazine Akbaba is the one of the only archives that are produced by the Republican elites in terms of visual documentation at that period. This comic magazine was published between the years 1922-1970. During the early years of Republic, they supported the Republican reforms and party (the cinema magazines on Hollywood films may be another visual source as well). Those were the years where elites were trying to establish a popular hegemony. The question of the algorithms, mechanisms and the construction of this hegemonic discourse through and in visual products and materials are the main area of interest.
The power elites open a hegemonic position and create a new subjectivity through two discourses: the West on the one hand and the People on the other. The elites plays a meditative role and open a subjective space for themselves between “West” and the “People” . Through the knowledge on the “West” and history together with the management and control of the borders between“West” and the “People” enabled hegemony over the communication with “the people”.The Caricatures from the Republic displayed this discoursal space visually in the form of “gaze” of the laugh. It is this gaze at work in the caricature, it positioned itself as the selective layer of what it is allowed or not.

Maurer, Petra: klu, nāga und vāstupuruṣa – Die Adaption indischer Elemente im tibetischen Ritual für den Hausbau

Im Zusammenhang mit der Errichtung eines Gebäudes kommt dem Maṇḍala für den vāstupuruṣa eine zentrale Bedeutung zu. Der Grundriss dieses Maṇḍalas hängt u.a. von der künftigen Nutzung des Gebäudes ab, seine Größe kann recht unterschiedlich sein.

Je nach Art eines Bauwerks variiert die Form des vāstupuruṣa: So unterscheidet man in Indien einen beweglichen (cāra) und einen unbeweglichen (sthira) vāstupuruṣa. Der caravāstu sollte beispielsweise bei die Errichtung von Wohnhäusern oder von Ton-Liṅgas verwendet werden, Tempel hingegen sollten auf einem Maṇḍala für den sthiravāstu angelegt werden.

Daneben findet sich auch das Konzept eines nāga, das vermutlich auf die mythische Schlange Ananta zurückgeht. Die Lage des nāga beeinflusst nicht nur die Ausrichtung eines Gebäudes, sondern steht auch in Zusammenhang mit dem Baubeginn. In der tibetischen Tradition ist das Ritual für den Hausbau mit einem beweglichen sa bdag verbunden, dessen Position sich wie die des nāga im Laufe eines Jahres verändert und schließlich die Stelle des ersten Spatenstichs bestimmt.

In dem Vortrag sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der jeweiligen Konzepte herausgestellt werden.

Merhan, Aziz: Über das älteste türkische Werk in Anatolien

Schon viele Turkologen machten sich Gedanken über die Frage nach dem ältesten türkischen Werk in Anatolien und beschäftigten sich mit der Erforschung dieses Themas. Erstmals untersuchte der Literaturhistoriker Fuad Köprülüzade diese Frage und erklärte in einem Aufsatz (Anatolische Dichter in der Seldschukenzeit II. Ahmed Faqih, KCsA II, 1926), dass das Werk Çarhname (Schicksalsbuch) von Ahmed Fakih das allererste war und im 13. Jahrhundert verfasst wurde. Die Ansicht Köprülüzades wurde lange Zeit von vielen Turkologen geteilt, bis man dank neuer Untersuchungsergebnisse zu der Überzeugung gelangte, dass dieses Werk erst aus dem 14. Jahrhundert stammt.

Andere Forscher vertraten hingegen die Ansicht, dass das vermutlich im 13. Jahrhundert zur Seldschukischen Zeit in der Stadt Amasya geschriebene medizinische Buch Tuhfe-yi Mübarizi (Das Geschenk für den Wettstreit) das erste türkische Werk in Anatolien war. Das Buch soll ein gewisser Hekim Bereket (Arzt Bereket) aus dem Arabischen zuerst ins Persische und dann ins Türkische übersetzt haben. Nach Meinung mancher Turkologen ist es aber nicht im 13. Jahrhundert, sondern erst im 14. Jahrhundert zur Zeit der Aydin-Dynastie verfasst worden.

Laut einer dritten These muss das “gemischte” Sprachelemente, d.h. westoghusische und osttürkische (und auch kiptschakische) Elemente enthaltende Werk Behcetü’l-Hadayik (Die Schönheit der Gärten) das älteste türkische Werk in Anatolien sein. Als gesichert kann gelten, dass die Ende des 13. Jahrhunderts verfassten türkischen Gedichte des Sohns des berühmten Mystikers Dschalaladdin ar-Rumi, Sultan Veled (gest. 1312), erste literarische Versuche im Türkischen waren. Er hinterließ allerdings keine vollständige Gedichtsammlung in türkischer Sprache.

Angesichts dieser unterschiedlichen Thesen soll im folgenden Vortrag das Thema ausführlicher beleuchtet und dabei versucht werden heraus zu finden, welches nun wirklich das älteste türkische Werk in Anatolien war.

Müller, Katharina: Lob der Widersprüche – Überlegungen zu Identität und Weiblichkeit in der Prosa Elif Şafaks

Seit Beginn ihrer Karriere widmet sich die türkische Bestsellerautorin Elif Şafak (geb. 1971) immer wieder der Frage, mit welchen Rollenbildern, welchen Zwängen, aber auch welchen Möglichkeiten Frauen heute konfrontiert sind. Dabei richtet sich ihr Blick vor allem, aber keineswegs ausschließlich, auf die türkische Gesellschaft. So übt Şafak Kritik an einer türkischen Literaturszene, die sich seit der Republikgründung nicht selten als „leading force of modernization“ instrumentalisieren ließ, den Leser belehren, ja führen wollte und dabei nicht selten das Bild einer männlich dominanten Autorinstanz pflegte. In ihrer Kritik kann sich die Autorin auch auf ein teils jahrzehntealtes produktives Erbe türkischer Frauenliteratur stützen.

In diesem Kontext bemüht sich Şafak um die Sichtbarmachung des Weiblichen im zeitgenössischen türkischen Roman. Dies geschieht auf formaler Ebene etwa über die Einbindung oraler – und damit klassischerweise weiblicher  – Erzähltraditionen. Auf inhaltlicher Ebene werden Fragen zum weiblichen Körper als Projektionsfläche, zu sexualisierter und häuslicher Gewalt, zu gesellschaftlichen Stereotypen von Weiblichkeit und immer wieder zur Frage nach weiblicher Identität aufgeworfen.

Letztendlich aber löst sich gerade in der Frage nach der eigenen Identität auch das Dilemma stereotyper Geschlechterrollen auf. Wie vor allem an Şafaks literarischer Autobiografie Siyah Süt abzulesen ist, geht es der Autorin in letzter Instanz um eine umfassende Akzeptanz von von Widersprüchen. Die Frage nach der eigenen Identität  – und hier lässt sich schließlich auch die Frage nach einer türkischen Identität verorten – muss verschiedene Antworten zulassen und im Sinne eines flexiblen Pluralismus wertfrei nebeneinanderstellen können.

Richter, Jeanne: Archivarbeit in Kasachstan zum Thema „Die Entstehungsgeschichte des kasachischen Zivilgesetzbuches“

Das rechtshistorische Thema „Die Entstehungsgeschichte des kasachischen Zivilgesetzbuches“ knüpft an die jüngste politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Kasachstan an und befasst sich mit den Rechtsreformprozessen nach den Systemveränderungen Anfang der 90er Jahre. Bis heute gibt es keine ausführliche und umfassende Arbeit, die den Entstehungsprozess des Zivilgesetzbuches (im Folgenden kurz: ZGB) in Kasachstan dokumentiert und detailliert Aufschluss darüber gibt, wie die Kodifikation erarbeitet und diskutiert wurde und in welcher Weise kasachische Rechtsgelehrte an der Ausarbeitung beteiligt waren. Diese Lücke soll die Arbeit schließen. Das Dissertationsprojekt wird von der Gerda Henkel Stiftung großzügig begleitet und unterstützt.

Ein möglichst detaillierter und vollständiger Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Vorgänge und die maßgeblichen Entscheidungsträger in Kasachstan ist nur durch die Materialien in den kasachischen Archiven zu erhalten: das Studium und die Auswertung von originären Archiv-Quellen bilden die Grundlage meiner Untersuchung, um nachprüfbare Aussagen und Erkenntnisse zu gewinnen.

Laut dem kasachischen „Gesetz über nationale Archivsammlung und Archive“ (kasachisches Archivgesetz) gehören zur kasachischen nationalen Archivsammlung (Archivgut) die Akten der kasachischen staatlichen Organe:

1. des kasachischen Parlaments,

2. des kasachischen Präsidentenamtes,                                           

3. der kasachischen Regierung.

Die wichtigsten kasachischen Archive sind in diesem Zusammenhang:

1. das Nationalarchiv in Astana, der heutigen Hauptstadt Kasachstans,

und drei Archive in Almaty, der ehemaligen kasachischen Hauptstadt, und zwar

2. das Staatsarchiv,

3. das Archiv des kasachischen Präsidenten und

4. das Archiv der kasachischen Wissenschaftsakademie.

Akten der vorsowjetischen und sowjetischen Periode (bis 1991) bewahrt das Zentrale staatliche Archiv in der ehemaligen Hauptstadt Almaty auf. Akten seit 1991 (seit der Unabhängigkeit Kasachstans) finden sich im Nationalarchiv in der neuen Hauptstadt Astana. Akten des kasachischen Präsidenten werden in einem gesonderten Archiv – im Archiv des kasachischen Präsidenten in Almaty – aufbewahrt.

Das Archiv der wissenschaftlichen Akademie enthält Dokumente mit Angaben über kasachische Wissenschaftler, also auch zu einigen ZGB-Kommissionsmitgliedern.

Unterschiedliche Archive bewahren somit Dokumente verschiedener staatlicher Organe, die am ganzen Prozess der Entstehung des kasachischen Zivilgesetzbuches beteiligt waren: Präsident Nursultan Nazarbaev hat die Erarbeitung des neuen Zivilgesetzbuches initiiert, beim Justizministerium wurde eine Kommission gebildet, die das Zivilgesetzbuch erarbeiten sollte. Andere Ministerien haben den Entwurf zum ZGB begutachtet. Das ZGB wurde vom Parlament verabschiedet und die Gesetzesvorlage vom Präsidenten unterschrieben.

Zu den organisatorischen und technischen Voraussetzungen für die Archivarbeit in Kasachstan: Grundsätzlich können alle Personen (kasachische und ausländische Nutzer) eine Zulassung für die kasachischen Archive erhalten und die Akten einsehen, mit Ausnahme der Akten, die einem besonderen Schutz und/oder einer längeren Sperrfristen unterliegen (Geheimakten).

Jedes Archiv erstellt ergänzend und auf der Basis des kasachischen Archivgesetzes eigene Verordnungen, in denen alle organisatorischen und technischen Bedingungen geregelt sind.  Dies betrifft z.B. das Verlangen eines offiziellen Empfehlungsbriefs seitens eines wissenschaftlichen Instituts mit der Bitte über die Zulassung zu Akten staatlicher Organe, die Anzahl der erlaubten Kopien oder die Nutzung eigener Laptops.

Von entscheidender Bedeutung für mein Thema sind die Entwürfe zum kasachischen Zivilgesetzbuch (im Folgenden kurz: ZGB), die Gutachten verschiedener staatlicher Organe, die Änderungsvorschläge zu den Entwürfen und Parlamentsprotokolle. Meine Recherchen haben bereits zwei Entwürfe zum kasachischen ZGB zutage gefördert, die in der Fachwelt bislang unbekannt sind.

Die Archivarbeit beinhaltet folgende Arbeitsschritte:

(1)   Quellensuche zum Thema: Zwar sind Dokumente in den oben genannten Archiven nach verschiedenen Kriterien katalogisiert, systematisiert und eingeordnet, nicht aber speziell zum Thema der Entstehungsgeschichte des ZGB systematisiert. Daher müssen alle Archivakten der staatlichen Organe (Regierungsakten, Justizministerialakten, amtliche Korrespondenz, Parlamentsprotokolle), die mit dem Stichwort „Gesetzentwurf“ beschriftet sind, untersucht werden, was die Recherche mühsam und zeitaufwendig macht.

(2)   Auswahl und Bewertung (Selektionsprozess): Im Zentrum stehen Dokumente, die relevant für den Prozess und das Verständnis der Entstehungsgeschichte des ZGB sind.

(3)   Sicherung: Die gefundenen Dokumente werden entweder digitalisiert: (die Anzahl der Kopien oder Scans wird durch die Archive häufig begrenzt) oder die wesentlichen Inhalte exzerpiert. 

(4)   Umgang mit den Quellen: Die gefundenen Dokumente aus den verschiedenen Archiven werden zugeordnet und eingeordnet (nach Datum, nach Organen, nach Stadien der Erarbeitung und des Verabschiedens eines Gesetzes u. a.). Es erfolgt eine weitergehende Einordnung in andere politische Zusammenhänge, d.h. es wird darauf geachtet, welche wirtschaftlichen Reformen und politische Umwälzungen zum Zeitpunkt der Erarbeitung des kasachischen ZGB stattgefunden haben, welche Maßnahmen der Präsident und die Regierung getroffen haben.

(5)   Interpretation: Zusammenstellung und Analyse der Ergebnisse.

Sagaster, Börte: Sehnsucht nach dem „Mutterland“ versus „Kıbrıslıtürk edebiyatı“: Das Ringen um Identität in der türkischen Literatur Zyperns

Die türkischsprachige Literatur auf Zypern  der letzten Jahrzehnte ist von den Spannungs- und Kriegserfahrungen des 20. Jahrhunderts geprägt. Der nationalistischen Literatur der 60er Jahre folgt nach der Teilung der Insel 1974 die Literatur der „1974er Generation“, einer Reihe jüngerer und junger Autoren wie Fikret Demirağ, Mehmet Yaşın, Neşe Yaşın oder Hakkı Yücel, die nationalistisches Gedankengut zu hinterfragen beginnen und die türkisch-zypriotische Identität neu zu definieren suchen. Die Vergangenheit Zyperns als eine multiethnische und multilinguale Region nimmt in der Literatur dieser Autoren einen wichtigen Raum ein. Der Verlust der türkisch-zypriotischen Identität durch die türkische Invasion ist dabei ein besonderes Thema, welches in oft nostalgisch verklärter Weise aufgegriffen wird. Dieser Vortrag beschäftigt sich mit dem spezifischen Charakter literarischer Erinnerung in Zypern, die sich bis heute insbesondere auf die jüngere Geschichte Zyperns, die zur Teilung führte, bezieht.

Sakhatova, Gulshen: Sprachliche Entdeckungen in der türkmeischen Literatur des 18.Jahrhunderts

The contribution deals with the language of Turkmen monuments of 18th century concerning phonological, morphological characteristics as well as syntactic and lexical specifics in written Turkmen monuments of the 18th century. The basic code for a comparison of different linguistic subsystems (phonology, morphosyntax and lexicon) will be standard Turkmen.  The focus of the analyse lies on the poetry works of Dövlet-Mǟm(m)et Mōlla, named Āzādī (1700-1760), Nūr-Muhammad Ġarīb, named ͨAndalīb (1711-1765) as well as on works of Magtïmgulï Pïrāgï (1733-1782?), Šāhbändä (ca. 1720-1800) and some others. The topical main thread of this outline will be an approach to demonstrate some regional language/dialect? peculiarities and written traditions as well as to expose the language history of Turkmen during its formative period within the south-western Turkic sub-branch or the Oghuz group. The comparison and analyse of (intra)linguistic features in the language continuum preserving in those narrative texts should be supportive of a restoration of the linguistic geography atlas both in this particular case for the Turkmen and in general for the Turkic areals.

References:

Гаджиева Н.З. Тюркские языки, Лингвистический энциклопедический словарь. – М., 1990, стр. 527-529
Garryev, S. A. Türkmen edebiýatynyñ taryhy, Aşgabat 1975-1984.
Грунина, Э. А. Туркменский язык, Москва 2005.
Philologiae Turcicae Fundamenta, ed. Deny, Jean 1959, T. 1/Boratav N. 1965, T. 2. iussi et auctoritateUnionisUniversaeStudiosorumRerumOrientalium.
Трубецкой, Н. С. Фонология и лингвистическая география, Избранные труды по филологии. Москва, 1987.
Weinrich, U. 1974. Languages in contact. The Hague: Mouton.

Scherberger, Max: Sadri Maksudi Arsal und die türkische Sprachreform

Der tatarisch-türkische Gelehrte Sadri Maksudi Arsal (1878–1957) spielte eine maßgebliche Rolle für die intellektuelle und politische Genese der Türkischen Republik. Abgesehen von seiner Bedeutung als Jurist, Historiker und demokratischer Politiker leistete er gerade auch entscheidende Beiträge zur kemalistischen Sprachreform. 1930 legte er mit seiner Monographie Türk Dili için („Um der türkischen Sprache willen“) ein umfassendes Konzept zur Türkisierung der osmanischen Schriftsprache vor, das sich in vieler Hinsicht auf die damalige türkische Sprachpolitik auswirkte. In unserem Vortrag möchten wir zunächst die wesentlichen Ansätze aus dem Buch vorstellen. In diesem Zusammenhang soll auch die ein oder andere kritische Bemerkung zum wissenschaftlichen Wert dieser stark nationalistisch gefärbten, intellektuell jedoch durchaus anspruchsvollen Darstellung fallen. In einem weiteren Schritt möchten wir ein Stück weit die Frage erörtern, inwieweit S. Maksudi neuartige Ansätze zur Reformierung des Türkischen vorbrachte und inwieweit er auf den Ideen früherer Sprachreformer und Sprachwissenschaftler aufbaute. Darüber hinaus möchten wir deutlich machen, dass S. Maksudis Argumentation ungeachtet ihres beachtlichen Einflusses auf die kemalistische Sprachreform auch Aspekte aufweist, die in offensichtlichem Widerspruch zu einigen damals in der Türkei gängigen Sprach- und Geschichtstheorien standen. Abschließend soll untersucht werden, welche der von S. Maksudi vorgeschlagenen Ansätze sich letztlich als erfolgreich erwiesen und einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des modernen Türkeitürkisch nehmen konnten, und welche dieser Ansätze sich hingegen nicht verwirklichen ließen.

Smolarz, Elena: “Unterwegs wider Willen”: Mobilität von versklavten Gefangenen aus dem Russischen Reich in Zentralasien im 18. und 19. Jahrhundert

Der Sklavenhandel in Zentralasien stellte ein wichtiges Thema im imperialen europäischen Machtdiskurs im 18. und 19. Jahrhundert dar. Britische und russische Diplomaten, Schriftsteller und Publizisten verurteilten dieses Phänomen als „barbarisch“ und „unzivilisiert“. Die Befreiung der versklavten Gefangenen und die Errichtung einer sicheren Grenze bildete eine zentrale Legitimation für die russische Expansion in Zentralasien. Die Debatte um den Sklavenhandel wurde stark emotionalisiert,  politisiert und instrumentalisiert.

Im diesem Beitrag will ich das Phänomen „Sklavendasein in Zentralasien“ nicht von der politischen Makroebene, sondern von der Mikroebene der Betroffenen betrachten. Diese neue Perspektive eröffnen die Berichte befreiter oder geflohenen russischen „Sklaven“, die eine einzigartige Quellengattung darstellen und die Geschehnisse aus der Sicht der Unterworfenen schildern. Die Schilderungen von Gefangennahme, Transport, Verkauf und Existenz in der Gefangenschaft lassen die räumliche und soziale Mobilität der Sklaven rekonstruieren.  Im Rahmen dieses Beitrags strebe ich eine historisch-anthropologische Analyse der Mobilität der russischen Gefangenen an.

Stachowski, Marek: Areale Sprachstudien zum sibirischen Türkisch

Nach der Zeit der Vorherrschung der genetischen Interpretation der Ähnlichkeiten zwischen den einzelnen Sprachfamilien hat man sich den arealen Verhältnissen etwas intensiver zugewandt (im Fall der altaischen Sprachfamilie war es W. Kotwicz, der als erster eine areale, d.h. kontaktlinguistische Interpretation explizit vorgeschlagen hat). In Sibirien scheinen areale Sprachverhältnisse besonders kompliziert zu sein. Im Vortrag soll auf folgende Problemkreise hingewiesen werden: (1) Das Problem der Sprachbünde in Sibirien; (2) Sprachbünde innerhalb der Türksprachen; (3) Sind lexikale und semantische Übereinstimmungen gleichberechtigte Kriterien für die Feststellung eines Sprachbundes?; (4) Semasiologische Modelle und Sprachtabu; (5) Was braucht die kontaktlinguistische Sibiristik heute am meisten?

Vasiltsov, Konstantin: Some manuscripts from Central Asia: towards the understanding of the  indigenous Isma‘ili (Panj-tani) tradition of Badakhshan

The present paper is based on the materials collected during the author’s field-research in Badakhshan (Republic of Tajikistan), Ismaili  manuscripts preserved in the Institute of Oriental Studies (Tajikistan) and the Institute of Oriental Manuscripts (formerly the Institute of Oriental Studies, Saint-Petersburg) Russian Academy of Sciences.

Nizarites of Badakhshan have their distinct literary tradition, based on the works of the Persian Ismailis. The Ismailis of Badakhshan did not create their own original intellectual schools – from the time of Nasir-i Khusraw the Nizarites of Badakhshan haven’t put forward  the authors comparable to Nasir al-Din Tusi or Abu Ishaq Kuhistani. However, the literary tradition of the Pamirian Ismailis  is undoubtedly of interest to the scholars as they managed to save many of the works relating to the intellectual circles of Iranian Ismaili community of Alamut and to the works of earlier period. An important feature of the literary heritage of Nizaris of Badakhshan is the influence on the Ismaili authors the works of some Iranian Sufis, such as, for example, Sana’i,  Farid al-Din Attar, Jalal al-Din Rumi.

In the present paper we will examine some early anonymous Ismaili manuscripts from Badakhshan,as well as the work of Sayyid Suhrab-i Wali Badahkshani (XV) Si wa shish sahifa and the philosophical poetry works of the late author Sufi Mubarak-i Wakhani (XIX) and give an analysis of the terminological and categorical dictionary the treatises, consider the context of use of key religious and philosophical concepts in the texts (i.e. cosmology, anthropology, demonology, the prophetic mission. eschatology).