Pressemitteilung vom 13. September 2013

13.09.2013

Das Orientbild in der abendländischen Musik

Einladung zu Kunst und Kultur beim größten Deutschen Orientalistentag in Münster

Bariton Benjamin Appl
(Foto: Benjamin Appl)

Musik und Kunst beim 32. Deutschen Orientalistentag (DOT) in Münster: Die Veranstalter laden zu einem Konzert mit Bariton Benjamin Appl am 24. September im Erbdrostenhof ein, der das Orientbild in der abendländischen Musik in Liedern von Schubert bis Ravel musikalisch nachzeichnet. Konzertkarten sind telefonisch unter 0251-83 24571 erhältlich. Die Fotoausstellung „Framing Muslims“ („Muslime einrahmen“) wird ungewohnte Blickwinkel auf den Islam werfen. Sie ist vom 23. bis 27. September im Fürstenberghaus, Domplatz 20-22, zu sehen. Zum Rahmenprogramm des internationalen Kongresses der Orientalistik gehört auch der öffentliche Abendvortrag der Berliner Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Gudrun Krämer über das Thema „Spannungsbögen: Islam, Säkularisierung und das säkulare Prinzip“. Die Wissenschaftlerin ist am Montag, 23. September, um 19:30 Uhr in der Aula des Schlosses, Schlossplatz 2, zu hören. Auch das gesamte wissenschaftliche DOT-Programm steht Interessierten (gegen eine Tagungsgebühr) offen.

Pianist Jonathan Ware
(Foto: Evan Vanderwall)

Der deutsche Sänger Benjamin Appl und der US-amerikanische Pianist Jonathan Ware haben das Konzertprogramm eigens für den Deutschen Orientalistentag zusammengestellt. Es umfasst Lieder aus Goethes West-östlichem Divan sowie chinesische, persische und hebräische Verse in Vertonungen von Schubert, Schumann, Brahms, Ravel und weiteren Komponisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. „Der Abend wird zeigen, wie einige der schönsten Lieder dieser Komponisten von den Kulturen des Orients inspiriert wurden, mit denen sich der DOT befasst“, sagt Islamwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Bauer, Mitglied des DOT-Komitees. „Viele Menschen wissen gar nicht, wie sehr die europäische Musik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vom Orient beeinflusst worden ist – zwar kaum musikalisch, dafür aber umso mehr durch Gedichte von Dichtern wie Goethe, Rückert, Daumer, Byron und Hope. Sie übersetzten sie entweder aus orientalischen Sprachen oder ließen sich von deren Literaturen anregen.“

Hochzeitszeremoniell in Kenia und Kickboxstudio für Frauen

Fotografie eines Fleischerladens in Jiddah, Saudi-Arabien, aus der Ausstellung „Framing Muslims“
(Foto: Stefan Maneval)

Die Fotoausstellung „Framing Muslims“ präsentiert Werke von zehn Fotografen, die der Berlin Graduate School „Muslim Cultures and Societies“ angehören. Sie beleuchten scheinbar gewöhnliche, aber oft vernachlässigte Aspekte und Kontraste des Alltagslebens in muslimischen Gemeinschaften und Gesellschaften, wie Islamwissenschaftlerin Dr. Monika Springberg-Hinsen vom DOT-Komitee erläutert. Darunter sind Motive wie ein Fleischerladen in Jiddah in Saudi-Arabien, ein muslimisches Hochzeitszeremoniell in Kenia und ein Kickboxstudio für Frauen in Amsterdam. Zu sehen sind etwa muslimische Gemeinschaften im Dialog mit nicht-muslimischen Minderheiten oder Situationen, in denen die muslimische Identität gegenüber der menschlichen in den Hintergrund tritt. Zum bislang größten Deutschen Orientalistentag werden mehr als 1.000 Orientforscher aus dem In- und Ausland vom 23. bis 27. September an der Universität Münster (WWU) erwartet. (han)

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